Achterbahnfahrt in der Bezirksliga: Ausgleich mit der Schlusssirene
64 Tore, 5 Gelbe Karten und 15 Zeitstrafen. Ein wahrhaft verrücktes Bezirksligaspiel bestritten am Samstagabend der TV Ispringen 2 und der SV Langensteinbach 2 in der Ispringer Schulsporthalle – mit einem emotionalen Happy End für die Blau-Weißen.
Das Duell der Reserveteams startete ausgeglichen. Beide Mannschaften taten sich mit der Defensivarbeit schwer und legten den Fokus konsequent auf die Offensive. Mit einem leichten Vorteil für die Gäste (13:16) ging es schließlich in die Kabinen.
Den besseren Start in die zweite Halbzeit erwischte Langensteinbach und führte in der 40. Minute erstmals mit sechs Toren Vorsprung. Doch dann begann eine extrem chaotische Phase: Ständige Unterbrechungen und Zeitstrafen – vorwiegend gegen den TVI – prägten die letzten 20 Spielminuten.
Trotz dauerhafter, teilweise doppelter Unterzahl ließen die Gastgeber nicht locker, während die Gäste den Sack nicht zu bekamen. Beim Stand von 29:32 und nur noch zwei Minuten auf der Uhr nahm Ispringen die letzte Auszeit. Trainer Kevin Reich instruierte seine Männer für eine offensive Deckung in der absoluten Schlussphase.
Die Ereignisse überschlugen sich:
- Treffer durch Niko Schlebrowski
- Ballgewinn und Torerfolg durch Jan Diener
- Dreifache Zeitstrafe gegen Langensteinbach, gefolgt von einer Auszeit des SVL
Mit nur noch 30 Sekunden auf der Uhr und einem Tor Rückstand war die Sensation plötzlich greifbar!
In einer 4-gegen-6-Situation liefen sich die Langensteinbacher zweimal fest. Zeitspiel! Der fällige Abschluss wurde von Lucas Petervari pariert, der den Ball sofort weit nach vorne auf Niko Schlebrowski feuerte. Dieser netzte unter Bedrängung exakt mit der Schlusssirene ein.
Der kurze Jubel der Ispringer wurde jedoch prompt unterbrochen: Der Unparteiische entschied, dass der Ball beim Ertönen der Sirene noch nicht hinter der Linie war. Das Tor zählte nicht – stattdessen gab es jedoch einen Strafwurf aufgrund einer Abwehraktion im Raum.
Nikolas Schlebrowski trat ein letztes Mal zum Siebenmeter an. Es war ein besonderer Moment: Bereits Anfang des Jahres hatte er angekündigt, dass dies seine letzte Saison und heute sein definitiv letztes Spiel sein würde. Unsere Nummer 15 übernahm ein letztes Mal Verantwortung – und verwandelte eiskalt!
Danach gab es kein Halten mehr. Die „1b“ bejubelte den gewonnenen Punkt und ihren Matchwinner Niko. Ein märchenhafter Abschied bei einem Endstand von 32:32.
Es spielten: Nikolas Schlebrowski (7), Thierry Tesch (6), Pascal Stoll (4), Florian Stuhlert (4), Jan Diener (3), Noah Freiburger (2), Tobias Lachstädter (2), Magnus Langkabel (2), Benjamin Heidecker (1), Steffen Kindler (1), Philipp-Alexander Jaizay, Lucas Petervari, Aaron Schmid

